Poker
Online-Poker in Deutschland: Erlaubnis prüfen
Poker gegen andere Teilnehmende unterscheidet sich vom Automatenspiel, benötigt aber ebenfalls eine passende Erlaubnis.
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Prüfen Sie in der amtlichen Whitelist den Eintrag für Online-Poker und die vollständige Domain.
Betreiber vergleichen
Name in Bedingungen, Zahlungsbereich und Whitelist sollte zusammenpassen. Ein Poker-Softwarelogo ersetzt diesen Abgleich nicht.
Gebühren verstehen
Lesen Sie Rake, Turniergebühr, Abbruchregeln und Auszahlungsprozess. Kleine Gebühren wirken über viele Hände.
Spielerschutz
Setzen Sie Zeit- und Verlustgrenzen. Können Sie nicht aufhören oder jagen Sie Verluste, nutzen Sie Pause und Sperre.
Nicht jede Poker-Variante ist mit der Erlaubnis automatisch erlaubt
Online-Poker ist nach § 22b GlüStV 2021 jede Variante des Pokerspiels ohne Bank, bei der natürliche Personen im Internet an einem virtuellen Tisch gegeneinander spielen. Entscheidend für die Praxis ist ein zweiter Punkt derselben Norm: Ein Erlaubnisinhaber darf einzelne Varianten nur anbieten, wenn die jeweilige Variante zuvor auf seinen Antrag hin von der zuständigen Behörde freigegeben wurde. Die Erlaubnis für Online-Poker ist also kein Blankoscheck für alles, was ein Anbieter unter diesem Namen auf den Tisch bringt. Prüfen Sie deshalb nicht nur, ob der Betreiber in der Whitelist steht, sondern auch, ob die Glücksspielart Online-Poker dort für die genutzte Domain geführt wird – und seien Sie skeptisch bei exotischen Spielformen, die eher nach Automatenspiel als nach Poker aussehen. Geprüft am 11.09.2026.
Poker und Automatenspiel laufen nicht nebeneinander
§ 6h GlüStV 2021 verbietet das parallele Spiel bei mehreren Anbietern im Internet und schreibt eine Wartezeit vor dem Anbieterwechsel vor. In der Praxis heißt das: Sind Sie bei einem Anbieter angemeldet, meldet die Aktivitätsdatei Sie dort als aktiv, und ein zweiter Anbieter lässt Sie nicht hinein. Nach dem Abmelden vergehen rund fünf Minuten, bis der Wechsel möglich ist. Für Poker ist das relevanter als für andere Spielarten, weil ein Turnier lange läuft: Wer nebenbei bei einem anderen Anbieter etwas ausprobieren will, kommt nicht hinein – und wer sich dafür aus dem Turnier abmeldet, riskiert Blinds und Platz. Planen Sie Sitzungen deshalb bei einem Anbieter zu Ende, statt zwischen mehreren zu wechseln.
Die Steuer, die im Rake steckt
Seit der Neuregelung wird Online-Poker in Deutschland gesondert besteuert: Die Online-Pokersteuer beträgt 5,3 Prozent, Bemessungsgrundlage ist der Spieleinsatz nach § 46 RennwLottG, Steuerschuldner ist der Veranstalter. Erfasst sind Varianten ohne Bank, die an einem virtuellen Tisch gespielt werden; terrestrisches Poker und Pokerspiele mit Bank am virtuellen Tisch fallen nicht darunter.
Sie zahlen diese Steuer nicht selbst – aber sie ist in der Kalkulation des Anbieters, und bei Poker landet sie dort, wo Ihre Rendite entsteht: in Rake und Turniergebühr. Wer mit kleinen Vorteilen rechnet, erlebt hier den Unterschied zwischen knapp profitabel und knapp nicht. Wer Poker nicht als Unterhaltung, sondern als Rechenaufgabe betreibt, sollte die Gebührenstruktur deshalb vor der Spielauswahl lesen und nicht nach der ersten Abrechnung.
Umgekehrt erklärt dieselbe Steuer, warum unerlaubte Angebote günstigere Konditionen zeigen können. Was dort fehlt, ist alles andere: Einzahlungslimit, Sperrsystem, Panikknopf – und ein Gegenüber, dem sich im Streitfall etwas entgegenhalten lässt.
Turnier oder Cash Game: was sich für Sie unterscheidet
Rechtlich gilt für beide dasselbe: Die Erlaubnis muss die Glücksspielart Online-Poker für die genutzte Domain umfassen, jede angebotene Variante braucht zusätzlich eine behördliche Freigabe, und das anbieterübergreifende Einzahlungslimit gilt unabhängig davon, ob Sie an einem Cash-Tisch oder in einem Turnier sitzen.
Praktisch unterscheiden sich die beiden Formate in genau dem Punkt, der über den Abend entscheidet: der Planbarkeit. Ein Turnier hat einen festen Einsatz – Buy-in plus Gebühr – und eine offene Dauer; ein Cash Game hat eine offene Summe und eine planbare Dauer. Wer sein Budget im Griff haben will, hat es im Turnier leichter, muss aber die Zeit einplanen. Wer nur eine Stunde hat, sollte kein Turnier starten, dessen späte Phase in der Nacht liegt.
Das Parallelspielverbot verschärft das: Sind Sie bei einem Anbieter angemeldet, kommen Sie bei einem anderen nicht hinein, und nach dem Abmelden vergehen rund fünf Minuten. Zwischen zwei Anbietern zu wechseln, während ein Turnier läuft, ist damit keine Option – planen Sie die Sitzung bei einem Anbieter zu Ende.