18+ · Glücksspiel birgt Verlustrisiken. Spielen Sie nicht, um Geldprobleme zu lösen.
Spielerschutz
← Startseite

Hilfe & Grenzen

Spielerschutz beginnt vor der Einzahlung

Glücksspiel ist Unterhaltung mit Verlustrisiko, keine Einkommensquelle. Ein guter Plan wird in einem ruhigen Moment festgelegt – nicht während einer Serie von Verlusten.

01

Betrag und Zeit festlegen

Setzen Sie nur einen Betrag ein, dessen vollständiger Verlust Ihren Alltag nicht verändert. Bestimmen Sie zusätzlich ein Zeitfenster. Sobald eine Grenze erreicht ist, endet die Sitzung – unabhängig davon, ob das Konto gerade im Plus oder Minus steht.

02

Warnzeichen nicht verhandeln

Geliehenes Geld, heimliches Spielen, das Nachjagen von Verlusten oder Unruhe während einer Pause sind klare Gründe, Abstand zu nehmen. Sprechen Sie mit einer vertrauten Person und wenden Sie sich an eine unabhängige Beratungsstelle.

03

Technische Sperren nutzen

Limits, Pausen und OASIS-Sperren schaffen Abstand, wenn Entscheidungen schwerfallen. In einer akuten psychischen oder finanziellen Krise holen Sie sich professionelle Hilfe. Kein Ratgeber ersetzt individuelle Beratung.

04

Wohin Sie sich wenden können – konkret

Das Beratungstelefon zur Glücksspielsucht des BIÖG, vormals BZgA, erreichen Sie unter 0800 1 37 27 00: kostenlos, anonym, montags bis donnerstags 10–22 Uhr und freitags bis sonntags 10–18 Uhr, an 363 Tagen im Jahr. Ihre Nummer wird beim Anruf nicht angezeigt, einen Namen müssen Sie nicht nennen. Unter check-dein-spiel.de finden Sie Selbsttests, eine Chat- und E-Mail-Beratung sowie die Suche nach einer Beratungsstelle in Ihrer Nähe. Dasselbe Angebot gilt für Angehörige: Sie müssen nicht selbst spielen, um dort anzurufen. Geprüft am 11.09.2026.

05

Was der Anbieter automatisch prüfen muss – und was er nicht sieht

Jeder erlaubte Anbieter muss nach § 6i GlüStV 2021 ein System zur Früherkennung von Spielsucht betreiben; die dafür nötigen Daten laufen über einen Safe-Server. Auffälligkeiten im Spielverhalten sollen so erkannt werden, bevor ein Schaden entsteht. Was dieses System nicht kennt, ist Ihre Lage: Es sieht Einsätze, Zeiten und Muster, aber nicht, ob das Geld für die Miete gedacht war, ob jemand mitliest oder ob Sie gerade einen Verlust ausgleichen wollen. Deshalb ersetzt keine Früherkennung die zwei Zahlen, die Sie selbst festlegen – Betrag und Zeit –, und deshalb ist ein Angebot, das Sie ohne Limits, ohne Registrierung und ohne Panikknopf spielen lässt, kein besseres, sondern ein unerlaubtes. Geprüft am 11.09.2026.

06

Für Angehörige: was Sie tun können

Wer im Umfeld zusieht, fühlt sich meist machtlos – ist es aber nicht. Neben dem Gespräch gibt es zwei konkrete Wege. Der erste: Das Beratungstelefon und die Online-Beratung stehen ausdrücklich auch Angehörigen offen. Sie müssen nicht selbst spielen, um dort anzurufen, und Sie brauchen keine Zustimmung der betroffenen Person.

Der zweite Weg ist die Fremdsperre nach § 8a GlüStV 2021. Angehörige können sie beim Regierungspräsidium Darmstadt beantragen, wenn Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass jemand spielsuchtgefährdet oder überschuldet ist, finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommt oder Einsätze riskiert, die in keinem Verhältnis zu Einkommen und Vermögen stehen. Der Antrag ist inzwischen auch online möglich. Die Sperre dauert in der Regel mindestens ein Jahr und wirkt bei allen angeschlossenen Angeboten – online wie terrestrisch.

Das ist ein ernster Schritt, der ein Vertrauensverhältnis belasten kann, und er ist nicht die erste Wahl. Aber er existiert, und er ist das einzige Instrument, das ohne Mitwirkung der betroffenen Person wirkt.

07

Die ersten drei Schritte, wenn Sie unsicher sind

Erstens: der Selbsttest. Unter check-dein-spiel.de gibt es anonyme Selbsttests. Sie ersetzen keine Diagnose, aber sie stellen die Fragen, die man sich selbst nicht stellt – nach geliehenem Geld, nach Heimlichkeit, nach dem Nachjagen von Verlusten.

Zweitens: das Limit senken. Eine Herabsetzung des Einzahlungslimits wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen. Das ist der Hebel, der heute Abend etwas ändert und morgen nicht schnell rückgängig gemacht werden kann. Wer unsicher ist, setzt es auf einen Betrag, der auch im schlechtesten Monat nichts kaputt macht.

Drittens: mit einem Menschen sprechen. Das Beratungstelefon ist kostenlos und anonym, Ihre Nummer wird nicht angezeigt, einen Namen müssen Sie nicht nennen. Es ist kein Eingeständnis, dort anzurufen – es ist der Schritt, der am häufigsten übersprungen und am häufigsten im Nachhinein als der entscheidende beschrieben wird.

Weiterlesen

Alle Ratgeber

Legale Online-Casinos in Deutschland erkennenEchtgeld einzahlen: vier Prüfungen vor dem ersten EuroZahlungsmethoden: Hinweg, Rückweg und StolperstellenCasino-Auszahlung dokumentieren und richtig eskalierenIdentitätsprüfung vor dem Echtgeld-SpielEinzahlungslimit in Deutschland richtig verstehenVirtuelle Automatenspiele: Regeln, Einsatzgrenzen und TempoOnline-Poker in Deutschland: Erlaubnis prüfenEchtgeld-Casinos vergleichen: Kriterien mit SubstanzBonus ohne Einzahlung: Wo liegt die Bedingung?Glücksspielwerbung kritisch lesenOASIS, LUGAS und Selbstsperre: Schutzsysteme und FristenBeschwerde bei der Glücksspielaufsicht vorbereitenSo prüfen wir Echtgeld-Angebote